Hitze und Gesundheit
Hitze als ernstzunehmender Risikofaktor
Es ist heiss: «Trink genug und bleib im Schatten – weiss doch jede/r?» Eben nicht ganz.
Hitze wird in ihrer gesundheitlichen Wirkung häufig unterschätzt. Hitzestress kann Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder psychische Erkrankungen verschlimmern. Er zählt weltweit zu den wichtigsten Ursachen umweltbedingter Todesfälle. Dies bestätigt ein Blick in die Vergangenheit: Im bislang heissesten Sommer der Schweiz im Jahr 2003 wurden 975 hitzebedingte Todesfälle und eine Übersterblichkeit von 6,9% verzeichnet. Europaweit kostete die Hitze im Jahr 2003 mehr als 70’000 Menschen das Leben (Quelle: BAG).
Auch die Ausbreitung bestimmter Infektionskrankheiten kann durch hohe Temperaturen begünstigt werden, etwa über Mücken oder Zecken.
Viele dieser gesundheitlichen Folgen sind vermeidbar, wenn Hitze frühzeitig erkannt und Schutzmassnahmen konsequent umgesetzt werden.
Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit
Der menschliche Körper hält seine Kerntemperatur normalerweise bei etwa 36,5 – 37 °C. Bei hohen Aussentemperaturen gerät diese Regulation unter Druck. Zur Kühlung produziert der Körper Schweiss und verliert dabei Flüssigkeit sowie Elektrolyte (Salze). Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, kann es zu Kreislaufproblemen kommen.
Ab etwa 30 °C steigt das Risiko für hitzebedingte Beschwerden sowohl am Hitzetag selbst als auch in den darauffolgenden Tagen deutlich an. Anhaltende Hitze, insbesondere ohne nächtliche Abkühlung, erschwert zusätzlich die Erholung und belastet das Herz-Kreislauf-System. Steigt die Körpertemperatur weiter an, können Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Ab etwa 40 °C wird es kritisch, es besteht akute Lebensgefahr.
Typische Belastungsmechanismen sind:
- Flüssigkeits- und Salzverlust: kann zu Dehydrierung, Schwindel, Verwirrtheit oder Muskelkrämpfen führen
- Belastung des Nervensystems: hohe Temperaturen können Konzentration und Gehirnfunktion beeinträchtigen
- Überlastung des Körpers: im Extremfall kann es zu einem Hitzschlag mit Organversagen kommen

