Empfehlungen & Tipps
Hitzetage und Hitzewellen lassen sich in der Regel frühzeitig vorhersagen. MeteoSchweiz informiert dabei in verschiedenen Warnstufen. Wer sich rechtzeitig informiert, kann gezielt Schutzmassnahmen umsetzen und gesundheitliche Belastungen reduzieren.
An heissen Tagen helfen einfache Massnahmen, den Körper zu entlasten und hitzebedingte Beschwerden zu vermeiden. Diese Empfehlungen basieren auf internationalen Leitlinien und bewährten Ansätzen der Hitzeprävention im öffentlichen Gesundheitswesen:
- Hitze meiden: Während der heissesten Tageszeiten möglichst drinnen bleiben; draussen direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
- Aktivitäten anpassen: Spiele und sportliche Aktivitäten auf die kühleren Tageszeiten legen.
- Ausreichend trinken: Regelmässig Wasser trinken – auch ohne Durstgefühl – um Austrocknung zu vermeiden.
- Wohnräume kühl halten: Tagsüber Fenster und Storen schliessen, nachts lüften, wenn es abkühlt.
- Geeignete Kleidung tragen: Leichte, lockere Kleidung sowie Hut und Sonnenbrille bei Aufenthalten im Freien.
- Lebensmittel und Medikamente richtig lagern: Hinweise auf Verpackungen beachten, da Hitze die Qualität beeinflussen kann.
- Leicht und gesund essen: Bevorzugt frische Kost wie Obst und Gemüse.
- Kinder und Tiere schützen: Sie nicht in geparkten Fahrzeugen lassen und Aktivitäten in der Mittagshitze vermeiden.
- Auf andere achten: Besonders auf gefährdete Personen im Umfeld achten und Unterstützung anbieten.
- Warnzeichen ernst nehmen: Bei Anzeichen hitzebedingter Beschwerden rechtzeitig medizinische Hilfe einholen.
Die „Drei goldenen Regeln“ sowie die 10-Punkte-Checkliste fassen die wichtigsten Schutzmassnahmen kompakt und alltagsnah zusammen. Sie stehen als Informationsmaterial zum Download sowie zum Ausdrucken und Aushängen zur Verfügung und erleichtern die Weitergabe zentraler Empfehlungen im Alltag und in Institutionen.
- Drei goldene Regeln (PDF)
- So schützen Sie sich (PDF)
Hohe Temperaturen beeinflussen sowohl körperliche als auch geistige Leistungsfähigkeit und erhöhen das Risiko für gesundheitliche Probleme und Arbeitsunfälle.
Gesundheitliche und kognitive Auswirkungen:
Hitze belastet den Körper zusätzlich und erschwert die Regulation der Körpertemperatur. Dies kann zu Flüssigkeitsverlust, Kreislaufbelastung und schnellerer Erschöpfung führen.
Gleichzeitig nimmt bei steigenden Temperaturen auch die kognitive Leistungsfähigkeit ab. Konzentration, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit können sinken, während Ermüdung und Fehleranfälligkeit zunehmen. Diese Effekte entwickeln sich schleichend und verstärken sich bei körperlicher Belastung oder längerer Exposition.
Risiken bei der Arbeit:
Durch die Kombination aus körperlicher Belastung und Hitze steigt das Risiko für:
- Hitzestress und Kreislaufprobleme
- Dehydrierung und Leistungsabfall
- Arbeitsunfälle durch reduzierte Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit
Besonders betroffen sind Personen mit hoher körperlicher Belastung sowie Schwangere, älte-re Mitarbeitende und Menschen mit Vorerkrankungen.
Schutzmassnahmen im Arbeitsalltag:
Ziel ist es, die Hitzebelastung möglichst zu reduzieren und den Körper zu entlasten. Wirksam sind insbesondere:
- Anpassung der Arbeitszeiten (z. B. frühere oder flexible Arbeitsphasen)
- regelmässige Trink- und Pausenmöglichkeiten
- Vermeidung schwerer körperlicher Arbeit in den heissesten Tageszeiten
- Zugang zu kühleren oder schattigen Bereichen
Die konkreten Massnahmen sollten an Tätigkeit, Arbeitsumfeld und individuelle Belastung an-gepasst werden.
Arbeitsschutz und Verantwortung:
Arbeitgebende sind verpflichtet, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen und geeigne-te Massnahmen umzusetzen. Grundlage dafür sind das Arbeitsgesetz sowie die Vorgaben der Arbeitssicherheit. Hierzu praxisnahe Empfehlungen und Hilfsmittel:
- Checkliste SUVA: Arbeiten im Freien bei Sonne und Hitze
- SECO: Schutz für Arbeitnehmende bei Hitze
Schutz von Schwangeren:
Arbeiten bei hohen Temperaturen (ab ca. 28 °C) gelten im arbeitsmedizinischen Kontext als gesundheitlich belastend für Schwangere. Körperlich anstrengende Tätigkeiten sollten in sol-chen Situationen reduziert oder vermieden werden.
Bei Hitze steigt das Risiko für Kreislaufbelastungen sowie gesundheitliche Komplikationen bei der Mutter. Auch mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes können nicht ausgeschlossen werden.
Körperliche Aktivität bei hohen Temperaturen erhöht die Wärmeproduktion des Körpers zusätzlich. Ohne Anpassung kann dies zu schneller Erschöpfung und hitzebedingten Gesundheitsproblemen führen.
Empfohlen wird daher eine Reduktion der Intensität, ausreichende Pausen, Flüssigkeitszufuhr sowie die Verlagerung von Aktivitäten in kühlere Tageszeiten.:
- Checkliste für Sportvereine und Kurswesen
Hohe Temperaturen können die Wirkung und Verträglichkeit von Medikamenten beeinflussen. Besonders relevant ist dies, weil Hitze den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck und die Nierenfunktion verändert und dadurch die Wirkung bestimmter Arzneimittel verstärkt oder abschwächt.
Besonders aufmerksam beobachtet werden sollten:
- Medikamente gegen Bluthochdruck (z. B. ACE-Hemmer, Sartane)
- entwässernde Medikamente (Diuretika)
- bestimmte Schmerzmittel (z. B. nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen)
- Psychopharmaka (z. B. Antidepressiva, Antipsychotika) und andere zentral wirkende Medikamente
Wichtig: Medikamente dürfen nie eigenständig abgesetzt oder angepasst werden. Bei Unsicherheiten sollte immer eine Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke erfolgen.
Lagerung von Medikamenten:
Die korrekte Lagerung ist bei hohen Temperaturen besonders wichtig, da Hitze die Stabilität und Wirkung von Arzneimitteln beeinträchtigen kann.
- Medikamente möglichst gemäss Packungsbeilage lagern
- in der Regel trocken, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur aufbewahren
- nicht im Badezimmer oder im Auto lagern (Hitze- und Feuchtigkeitsbelastung)
- einige Medikamente müssen gekühlt werden (z. B. Insulin) – andere ausdrücklich nicht
Nicht erst bei Durst trinken:
Kinder sollten bei Hitze regelmässig trinken und nicht erst bei Durstgefühl. Eine eigene Trinkflasche kann helfen, die Trinkmenge im Blick zu behalten. Geeignet sind frische, leichte Speisen mit hohem Wassergehalt, z. B. Obst oder Gemüse wie Melonen und Gurken.
Babys bei Hitze besonders gut versorgen:
Säuglinge unter sechs Monaten sollten häufiger gestillt oder gefüttert werden. Stillende Personen benötigen ebenfalls ausreichend Flüssigkeit. Babys und Kleinkinder sollten nie direkter Sonne oder starker Hitze ausgesetzt werden.
Hitze in Fahrzeugen und Kinderwagen:
Fahrzeuge können sich bei Wärme sehr schnell stark aufheizen. Bereits kurze Zeiträume können für Kinder belastend oder gefährlich sein, weshalb Aufmerksamkeit wichtig ist. Auch in Kinderwagen oder Autositzen kann es rasch sehr warm werden. Es ist sinnvoll, darauf zu achten, dass Kinder nicht auf stark erhitzten Flächen liegen und Kinderwagen nicht mit Tüchern abgedeckt werden, da sich darunter die Hitze stauen kann.
Aktiv bleiben – aber klug planen:
Auch bei Hitzewellen müssen Kinder nicht den ganzen Tag drinnen bleiben. Bewegung und Spiel im Freien sind wichtig – entscheidend sind jedoch der richtige Zeitpunkt und ein geeigneter Ort. Aktivitäten sollten möglichst frühmorgens stattfinden. Besonders geeignet sind Wälder oder Parks mit dichtem Baumbestand.
Kinder mit Vorerkrankungen besonders schützen:
Akute Erkrankungen wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen erhöhen das Risiko einer Austrocknung zusätzlich. Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen (z. B. Asthma, Diabetes, Herzfehler oder Neurodermitis) reagieren besonders empfindlich auf Hitze. Symptome können sich verschlechtern, selten auch die Wirkung von Medikamenten. Anpassungen sollten deshalb immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
Sonnenschutz:
Schatten ist der beste Sonnenschutz, direkte Sonneneinstrahlung sollte besonders zur Mittagszeit vermieden werden. Empfohlen werden Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50) und UVA-/UVB-Schutz, die regelmässig erneuert werden sollten. Zusätzlich schützen Sonnenhut mit Nackenschutz, leichte Kleidung, UV-schützende Badebekleidung sowie Sonnenbrillen mit CE-Kennzeichnung und „UV 400“ bzw. „100 % UV-Schutz“.
Notfall – Warnzeichen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen erkennen:
Hitzeprobleme zeigen sich bei Kindern und Jugendlichen oft anders oder weniger eindeutig als bei Erwachsenen. Veränderungen im Verhalten sind daher besonders aussagekräftig.
- Verhaltensänderungen wie Unruhe, starkes Schreien, ungewöhnliche Müdigkeit, Rückzug oder Apathie
- Trinkschwäche; bei Säuglingen auch ungewöhnlich trockene Windeln
- Körperliche Auffälligkeiten wie erhöhte Temperatur, gerötete oder sehr blasse, trockene Haut
- Kreislauf‑ und Atemzeichen wie schneller Puls, schnelle oder flache Atmung, Schwindel oder Schwäche
- Neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit sowie Konzentrations‑ oder Gedächtnisprobleme
- Magen‑Darm‑Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen
- Bei Säuglingen zusätzlich: eingefallene Fontanelle
Was sofort zu tun ist:
- Einen kühlen, schattigen Ort aufsuchen
- Lockere Kleidung anziehen oder entfernen
- Den Körper vorsichtig kühlen (z. B. mit feuchten Tüchern)
- Flüssigkeit anbieten (langsam trinken lassen)
- Das Kind oder den Jugendlichen nicht allein lassen und aufmerksam beobachten
- Bei Unsicherheit oder fehlender Besserung frühzeitig ärztlichen Rat einholen
- Bei Bewusstseinsveränderungen oder rascher Verschlechterung sofort die Notrufnummer 144 wählen.
Hitzetage können die Konzentration und Leistungsfähigkeit im Unterricht deutlich beeinträchtigen. Schulen tragen die Verantwortung, den Unterricht bei hohen Temperaturen so zu gestalten, dass Gesundheit, Wohlbefinden und Lernfähigkeit der Kinder und Jugendlichen gewährleistet bleiben.
Unterricht an Hitzetagen anpassen
- Mehr und häufigere Pausen einplanen
- Trinkpausen fest im Unterricht integrieren
- Prüfungen und lange Konzentrationsaufgaben vermeiden
- Unterricht wenn möglich in kühle Räume oder schattige Orte verlegen
Raumklima verbessern
- Frühmorgens gut lüften, danach Fenster schliessen und Storen runterlassen
- Türen öffnen, um Luftzirkulation im Gebäude zu verbessern
- Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Schulzimmer kontrollieren
- Bei Bedarf Unterricht in kühlere Räume (z. B. Untergeschoss) verlegen
Organisation & Unterrichtszeiten
- Unterrichtszeiten bei starker oder längerer Hitzewelle anpassen (Schulträger-Entscheid)
- Hitzezeiten möglichst vermeiden (z. B. flexible Rhythmisierung der Lektionen)
Sport & Anlässe
- Sporttage im Sommer (Juni–August) möglichst vermeiden
- Veranstaltungen bei zu hoher Hitze verschieben oder absagen
- Bei Durchführung: Schatten, Wasser, Sonnenschutz und Pausen sicherstellen
Sicherheit & Betreuung
- Schulpersonal für Hitzesymptome (z. B. Kreislaufprobleme) sensibilisieren
- Besonders gefährdete Kinder (chronische Krankheiten, kleine Kinder) berücksichtigen
- Ausreichend Trinkwasser jederzeit sicherstellen
Bei Veranstaltungen tragen die Organisatorinnen und Organisatoren eine zentrale Verantwortung für den Schutz der Teilnehmenden vor Hitzebelastung. Eine gute Vorbereitung umfasst insbesondere die laufende Beobachtung der Wetterentwicklung, beispielsweise über die MeteoSchweiz App oder die Website von MeteoSchweiz. Bei angekündigter Hitze sollten geeignete Schutzmassnahmen frühzeitig geplant und umgesetzt werden:
Flüssigkeitsversorgung sicherstellen
Eine ausreichende und regelmässige Flüssigkeitszufuhr ist zentral, um Kreislaufbelastungen und Dehydrierung vorzubeugen.
- ausreichend Trinkwasser bereitstellen
- Trinkstationen gut sichtbar und zugänglich einrichten
- aktiv und regelmässig zum Trinken auffordern
- alkoholfreie, möglichst zuckerarme Getränke anbieten
- Ausreichend Wasser bereitstellen, Trinkstationen aufstellen
Sonnenschutz und Verhalten
Der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung reduziert die Wärmebelastung deutlich.
- Kopfbedeckung und Sonnenbrille empfehlen
- Sonnenschutzmittel zugänglich machen
- bei Bedarf angepasster, luftiger Dresscode (z. B. bei Events oder Firmenanlässen)
Schatten und Kühlung
Physische Entlastung durch kühlere Umgebungen ist entscheidend, insbesondere bei längeren Aufenthalten im Freien.
- ausreichend Schattenplätze bereitstellen (natürlich oder künstlich)
- Zugang zu kühleren oder klimatisierten Räumen ermöglichen
- zusätzliche Kühlmöglichkeiten anbieten (z. B. Wassernebel, Duschen, Sprühnebelanlagen)

